Produkte für PKW / Van / 4x4

R&D LABS

Hightech-Produkt Reifen

MISCHUNGSPRÜFLABOR

Gummi, einer der spannendsten Werkstoffe überhaupt, weist ein viskoelastisches Verhalten auf. In seinem unvulkanisierten Grundzustand lässt es sich noch plastisch formen wie Knete. Nach der Vulkanisation jedoch dominiert das elastische Verhalten, das Material lässt sich dehnen und kehrt nach Belastung wieder in seine ursprüngliche Form zurück. Gummi kann elastisch-federnd oder energieabsorbierend wirken – je nach Zusammensetzung der Mischung. Die Rezeptur der Gummimischung hat daher einen entscheidenden Einfluss auf die Funktionen eines Reifens. Sie beeinflusst das Bremsverhalten und den Rollwiderstand des Reifens. Die Bremsleistung soll im Hinblick auf die Sicherheit möglichst hoch sein. Der Rollwiderstand dagegen soll möglichst niedrig sein, um den Kraftstoffverbrauch zu senken. 

Im Mischungsprüflabor wird bewertet, inwiefern neue Gummirezepturen diese Zielkonflikte auflösen können. Mithilfe von umfangreichen Prüfverfahren wird untersucht, ob die Materialentwickler mit ihren Rezeptideen richtig liegen. Entscheidend dabei ist, ob die neuen Werkstoffe die physikalischen Kriterien erfüllen, die bei der Entwicklung für die Reifen definiert wurden.

Mischungslabor Icon

Im Mischungsprüflabor wird bewertet, inwiefern neue Gummirezepturen diese Zielkonflikte auflösen können.

Mischungsprüflabor

Prüfverfahren im Mischungsprüflabor

Klassische Tests im Mischungsprüflabor sind unter anderem Mikroabriebtests, Festigkeitsprüfungen, Tests zur Reiß-, Druck- und Stoßfestigkeit sowie Untersuchungen zur Elastizität, Formstabilität und zum viskoelastischen Materialverhalten. Spezielle Apparaturen ermöglichen die Analyse von Reibmechanismen auf verschiedensten Oberflächen und damit ein tieferes Verständnis für das Phänomen der Gummireibung. Eine der Prüfmaschinen ist in der Lage, die Reibkoeffizienten von Gummiproben auf verschiedenen Untergründen extrem genau zu messen. Es können verschiedene Oberflächenmaterialien wie Asphalt, Beton, Schnee und Eis eingesetzt werden, und es ist eine Temperierung der Testumgebung von tiefen bis hohen Temperaturen möglich. Nach Einspannen einer Gummiprobe kann sie mit hohen Geschwindigkeiten auf dem Untergrund bewegt werden.

So werden lokale Schlupfgeschwindigkeiten, die in der Reifenaufstandsfläche beim Brems- oder Traktionstest auftreten, im Labor nachgestellt. Dazu können hohe Beschleunigungen erzeugt werden. Damit die gesamte Bandbreite von Reifentypen (Motorrad-, Pkw-, Bus- und Lkw- Reifen) hinsichtlich realer Belastungen im Labor abgebildet werden kann, lässt sich die Laborprobe mit hohen Drücken auf den jeweiligen Untergrund pressen. Mit diesen Prüfungen kann eine Vorhersage von traktionsdominierten Reifentests, wie auf Eis und Schnee, erfolgen und eine Rangfolge verschiedener Mischungsvarianten gegeben werden. Der HSLFT stellt die technologische Basis für den Automated Indoor Braking Analyzer (AIBA) am Contidrom, dem Testgelände von Continental, dar. Er bietet exakt kontrollierbare Oberflächen- und Temperaturbedingungen, während der AIBA die Verbindung zwischen kontrollierten Testbedingungen und der Realität darstellt.

 

Der HSLFT stellt die technologische Basis für den Automated Indoor Braking Analyzer (AIBA) am Contidrom, dem Testgelände von Continental, dar.

Mischungsprüflabor

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